Bautechnische Trockenlegung eines Hinterhauses in der Stuttgarter Innenstadt

Wiederherstellung der Bewohnbarkeit des Hintergebäudes

Um 2000 wurde das denkmalgeschützte Vordergebäude an der Straße generalsaniert und von einer Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) erworben. Das Hintergebäude wurde im Zuge der Sanierung zu Wohnzwecken umgenutzt. Nach einigen Jahren traten im Hintergebäude massive Feuchteschäden im EG auf, wodurch das Gebäude unbewohnbar wurde.

 

Zustandsbeschreibung:

Nach einer eingehenden bauphysikalischen Untersuchung stellten sich 3 Hauptursachen für die Feuchteschäden heraus. Es fehlte eine funktionstüchtige Abdichtung der Bodenplatte, durch das Sandsteinmauerwerk wurde Feuchtigkeit aus dem Erdreich ins Mauerwerk transportiert und die vorhandene Innendämmung wurde nicht sachgereicht eingebaut.

 

Abdichtung der Bodenplatte und der Außenwände:

Um den Feuchte- und den Salzgehalt des Mauerwerks bestimmen zu können, wurden Bohrkerne entnommen und analysiert. Um zukünftig zu verhindern, dass Feuchte im Mauerwerk aufsteigt, wurden an den Wänden im Abstand von 10 cm Injektionen in Bohrlöcher eingespritzt. Durch die Injektionen bildet sich eine horizontale Sperrschicht. Mit einem auf Feuchte- und Salzgehalt abgestimmten Innenabdichtungssystem wurden anschließend die Wände abgedichtet. Die Bodenplatte wurde mit einer Bitumenbahn abgedichtet und an die Wandabdichtung und sonstige Bauteile angeschlossen.

 

Dämmung der Außenwände und der Bodenplatte:

Da aufgrund der baurechtlichen Umstände eine Außendämmung ausgeschlossen war, wurde das Gebäude von innen gedämmt. Gewählt wurde eine mit ausgedämmten Bohrungen versehene und somit difussionsoffene Polyurethanhartschaumplatte. Sie gewährleistet im Zusammenspiel mit der Innenabdichtung und dem Putzsysstem die Austrockung der vorbelasteten Wand und verhindert Schimmelschäden. Für Steckdosen und Lichtschalter wurden bereits vor der Innenabdichtung Vertiefungen hergestellt um die Abdichtung hinter den Installationen lückenlos ausführen zu können. Der Einbau der Installationen erfolgte dann wärmegedämmt.

Für den Boden wurde ein Trockenestrichsystem gewählt um keine weitere Feuchtigkeit ins Gebäude einzubringen. Es besteht aus Holzfaserdämmplatten auf einer Ausgleichschüttung und einer Abdeckung aus schwimmend verlegten OSB-Platten. Die im Boden verlegten Leitungen wurden vorab auf Dämmstreifen verlegt.

Druckversion Druckversion | Sitemap
© R. Chevalier, Freier Architekt + Energieberater